Verkehrszählung

„6000 Kraftfahrzeuge sind schon eine Hausnummer“, waren sich die ehrenamtlichen Teilnehmer der Verkehrszählungen im Mai und Juli dieses Jahres einig. Erreicht wurde diese Tagessumme im mittleren Teil der „Freiherr-von-Lichtensternstraße“ während der Datenerfassung. Andere Straßenteile wurden ebenfalls gezählt und gerechnet und weisen erhöhte Werte auf, die jedoch allesamt die Zeichen unserer Zeit unterstreichen, nämlich erhöhte Mobilität.

„Auch in anderen Orten hat man genau mit dieser Crux zu kämpfen“, ist sich zweiter Bürgermeister Oliver Mutterer sicher. Denn wo gehobelt wird, da fallen Späne. Das privatwirtschaftliche Engagement im Marktzentrum wirke sich natürlich auch auf den Verkehr aus. Einerseits ist die Nahversorgung durch Geschäfte, Banken, Ärzte und Dienstleister unheimlich wichtig. Andererseits wird dadurch natürlich auch das Verkehrsaufkommen erhöht. Der Durchgangsverkehr mit Lastkraftwagen und Holztransporter tut das Seine dazu.

Durch ein geschickt erstelltes System konnte man bei der Datenerfassung an jeweils einer Kreuzung vier Straßen gleichzeitig zählen. Auch das Abbiegeverhalten wurde dabei gleich miterfasst. Somit wurde schnell klar, dass die „mittlere Freiherr-von-Lichtensternstraße“ in Höhe des Marktplatzes durch die Zubringer „Plößberger Straße“ und „Vohenstraußer Straße“, welche selbst 3100 bzw. 2800 Fahrzeuge aufwiesen, am meisten belastet ist. Die untere bzw. obere Lichtensternstraße ist jedoch mit 4900 bzw. 5000 Fahrzeugen ebenfalls in den Top-Werten unterwegs. Die Weidener Straße hat mit einer Auslastung von 3100 Fahrzeugen ähnliche Werte wie die Plößberger Straße.

Bewährt hat sich die Beruhigung und Einbahnstraßen-Regelung in der „Graf-Gebhard-Straße“. Hier wurden noch 500 Fahrzeuge Gesamt-Tagesaufkommen gezählt. „Davon noch drei Falschfahrer, welche die Einbahnstraße nicht verstanden haben“, schmunzeln die Verantwortlichen der FDP/UB.

Neben dem Gesamtaufkommen wurde auch nach Fahrzeugtyp unterschieden. Autos und Krafträder wurden in einer Kategorie zusammengefasst. LKW und Schwerverkehr inklusive Landwirtschaft in einer Anderen. Holztransporter wurden separat betrachtet. Auch der Busverkehr wurde extra ausgewertet. Fahrräder und Fußgänger wurde nicht gezählt.

„Überrascht hat uns die Tatsache, dass nur noch rund ein Drittel der im Jahr 2016 gezählten Holzfahrzeuge im Markt unterwegs sind“, so Mutterer. Von den damals rund 45 „Baumlastern“ pro Tag haben nun noch 14 den Markt durchkreuzt. Natürlich sei Jedes davon für die Anwohner eine Belastung, aber es sei eine spürbare Besserung vorhanden. Dem entgegen steht ein gestiegener Schwerlastverkehr mit 250 Fahrzeugen an einem normalen Wochenarbeitstag im Markt. Alleine in der mittleren Lichtensternstraße bewegen sich 180 davon.

Wie erwartet bewegen sich die Spitzenwerte des Verkehrs zwischen 7.00 und 8.00 Uhr morgens, sowie zwischen 16.00 und 18.00 Uhr abends. Zur Feierabendzeit wurden knapp 600 Fahrzeuge je Stunde im Marktplatzbereich gezählt. „Mit dieser Datensammlung geben wir dem zukünftigen Marktgemeinderat etwas in die Hand, mit dem man grundsätzlich weiterarbeiten kann“, so Fraktionssprecher Heinz Kett.

„Der Durchgangsverkehr sei zwar die Halsschlagader des Flosser Einzelhandels und der Nahversorgung mit Dienstleistern, aber mit 6000 Fahrzeugen befindet man sich an einem markanten Punkt der Zählungen. Mehr Verkehr wird für die Marktmitte kaum verträglich sein.“, so die Initiatoren.

Großräumig gebe es alternative Wegführungen von „Plößberg nach Neustadt“ von „Neustadt nach Vohenstrauß“ und von „Weiden nach Vohenstrauß“, jedoch keine Alternative von „Plößberg nach Vohenstrauß“ (hier einbezogen der Durchgangsverkehr von und nach Flossenbürg kommend). Eine Achse von Plößberg kommend Richtung Vohenstrauß (inkl. Flossenbürg) wäre deswegen mindestens eine nähere Prüfung wert.

Bereits die vorangegangen Fachgespräche mit örtlichen Firmen wie der Spedition Sommer und der AVIA-Tankstelle Krapf haben ergeben, dass es für die Allgemeinheit schwierig sei „an Floß vorbeizukommen“ da die notwendigen Verkehrsachsen fehlen. Dies sei auch aufgrund der Menge an Einfallstraßen (Stern-System) nur unter großen finanziellen Aufwand möglich. „Eine Tankstelle mit Shop ist in dieser Ortsgröße bestimmt keine Selbstverständlichkeit mehr“, führte Mutterer beim Fachgespräch an. Sie sei Zeichen für den starken Einzelhandel aber auch für den Durchgangsverkehr. Natürlich sei bei ihm der Durchfahrtsverkehr immer eine potentielle Kundschaft, ergänzte Krapf. Auch das Mitnahmegeschäft bei ihm und anderen Einzelhändlern in Floß dürfe man nicht vergessen. Aber dennoch sehe er die Situation entspannt, da auch eine Teillösung für Floß immer noch Raum für genügend Geschäfte lasse. „Wir dürfen den Verkehrsbogen nicht überspannen, müssen unbedingt auf die Wohnsituation inmitten des Marktherzens achten“, war man sich einig.

Ebenfalls hat man bei den Zählungen festgestellt, dass sehr viele Flosser auch kürzeste Wege mit dem eigenen KFZ unterwegs sind. Auch dies treibt die Statistik nach oben. Hier wäre zu prüfen, ob man mit Anreizen oder Fußweg-Abkürzungen mehr für die Anwohner tun kann.

Eine genaue Vorstellung des Zahlenmaterials und der gegebenen Möglichkeiten wird die Fraktion am nächsten Bürgerstammtisch vornehmen. Dieser findet wie immer am letzten Dienstag des Monats (24.09.2019 um 20.00 Uhr) im „Goldenen Löwen“ statt. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen.